Forschungsschwerpunkte

Langfristige Folgen von COVID-19 bei kardiovaskulären Vorerkrankungen

COVID-19 wird durch das schwere akute respiratorische Syndrom Coronavirus 2 (SARS-CoV-2) ausgelöst und ist neben akuten respiratorischen Störungen durch Hyperinflammation und intravaskuläre Komplikationen wie thrombotische Ereignisse gekennzeichnet. Die langfristi-gen Auswirkungen der Krankheit sind kaum bekannt, und unser Hauptziel ist es, COVID-19 in einem Tiermodell für kardio-vaskuläre Erkrankungen nachzustellen, um die langfristigen Auswirkungen zu entschlüsseln. Um die Zusammenhänge zwischen kardiovaskulären Erkran-kungen (CVD) und COVID-19 besser zu verstehen, ist es wichtig, die zugrundeliegende Patho-biologie der SARS-CoV-2-Infektion in vaskulären Zellen zu verstehen. Transgene Mausmodelle, die es uns ermöglichen, die durch das schwere akute respiratorische Syndrom Coronavirus 2 (SARS-CoV-2) vermittelten Langzeitfolgen auf die vaskuläre und kardiale Dysfunktion, die CVD begünstigt, zu evaluieren. Das Projekt verspricht Einblicke in bisher unbekannte nachge-schaltete Signalereignisse, die durch SARS-CoV-2 ausgelöst werden und an den beobachteten Vaskulopathien beteiligt sind. (Berenice Martinez)

Unravelling the role of vascular ChemR23 expression in atherosclerosis

Chemokinrezeptoren sind wichtig Mediatoren innerhalb chronisch vaskulärer Entzündungen. In vorherigen Arbeiten (Van der Vorst et al., ATVB 2019) konnten wir zeigen, dass ein hämatopoetischer Mangel des Chemokin-ähnlichen Rezeptors ChemR23 den Anteil alternativ aktivierter M2-Makrophagen erhöht und die Rekrutierung von dendritischen Zellen in lymphatische Organe und atherosklerotische Läsionen in murinen Modellen abschwächt. Dies schränkt synergistisch die atherosklerotische Läsionsprogression ein. Widersprüchliche Ergebnisse in systemischen ChemR23-defizienten Tieren (Laguna-Fernandez et al., Circulation 2018) deuten jedoch darauf hin, dass ChemR23 eine vielfältige Rolle innerhalb der Atherosklerose hat. Daher untersuchen wir die Rolle von ChemR23 auf arteriellen Endothel- und glatten Muskelzellen. Unsere Daten legen nahe, dass die somatische - höchstwahrscheinlich vaskuläre - ChemR23-Expression eine atheroprotektive Rolle bei der Atherosklerose spielt und möglicherweise sogar eine entzündungshemmende Reaktion in vaskulären Endothel- und glatten Muskelzellen orchestriert. (Bryce Evans)

Exploring NET-driven arterial thrombosis in LEAD and LEAD-specific intimal and medial calcification.

Atherosklerose in den unteren Extremitäten (LEAD) ist immer noch nicht ausreichend untersucht. Neutrophil extracelluar traps (NETs) sind dafür bekannt, dass sie die durch Plaqueruptur induzierte Atherothrombose beschleunigen. NETs fungieren als Gerüst für rote Blutkörperchen, Thrombozyten, Fibrinogen, Thrombozyten-Mikrovesikel und Gerinnungsfaktoren. Die Details dieser Interaktionen in der LEAD-spezifischen Atherothrombose sind jedoch noch nicht bekannt. Daher ist es unser erstes Ziel, die Rolle des NET-Gerüsts und seine Interaktion mit Gerinnungsfaktoren in der LEAD-spezifischen Atherothrombose zu analysieren. Der zweite Teil dieses Projekts konzentriert sich auf die LEAD-spezifische Verkalkung. Arterielle Verkalkung in atherosklerotischen Läsionen ist ein unabhängiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Mortalität. Mikroverkalkungen in der fibrösen Kappe können das Risiko einer Plaqueruptur erhöhen. Im Gegensatz dazu führen Läsionen mit einer hohen Kalzifizierungslast zu einem stabileren Plaque-Phänotyp. Arterielle Verkalkung in der LEAD könnte zu einer arteriellen Steifigkeit führen, die diagnostische Parameter wie die ABI-Messung und klinische Interventionen beeinflussen kann, was zum Versagen der endovaskulären Reparatur führen kann. Unser zweites Ziel ist es daher, die Mechanismen zu verstehen, die an der LEAD-spezifischen Verkalkung beteiligt sind, um potenzielle therapeutische Ziele zur Verringerung ihrer klinischen Auswirkungen zu finden. (Manovriti Thakur)

Unravel the cell specific role of ACKR3 in Atherosclerosis

Im Vergleich zu den weithin untersuchten klassischen Chemokinrezeptoren binden die weniger bekannten atypischen Chemokinrezeptoren (ACKR) Chemokine mit hoher Affinität und induzieren keine G-Protein-gekoppelte Signalübertragung. Dennoch können sie das Chemokin-System modulieren, indem sie Chemokine abfangen, transportieren und speichern sowie Heterodimer mit kanonischen Chemokin-Rezeptoren bilden. Vor kurzem wurde festgestellt, dass ACKR3 auf Leukozyten, einschließlich Makrophagen und marginalen B-Zellen, exprimiert wird. Die Rolle von ACKR3 bei CVD bleibt jedoch weitgehend unbekannt. In dieser Studie wollen wir ACKR3 auf Makrophagen und B-Zellen untersuchen, die je nach ihrer Untergruppe sowohl pro-atherogen als auch atheroprotektiv sind. Mit diesem Projekt wollen wir die Implikation und Funktion von ACKR3 auf Makrophagen und B-Zellen in der Atheroskleroseentwicklung und Entzündungsreaktion verstehen. (Anais Yerly)